Hitze: Gentechnik ist keine Lösung
Die extreme Hitze und anhaltende Dürre setzen der Landwirtschaft zu. Gleichzeitig präsentieren Befürworter:innen der Gentechnik diese als Lösung gegen die Klimakrise in der Landwirtschaft – ohne auch nur ein Praxisbeispiel zu haben!. Denn bis jetzt ist keine einzige klimaresiliente Gentech-Pflanze auf dem Markt. Die leeren Behauptungen müssen enthüllt werden: Gentechnik wird der Landwirtschaft nicht helfen gegen die Klimakrise oder die Anpassung an die Extremhitze. ABER: Es gibt andere Lösungen.
Die Landwirtschaft leidet unter der extremen Hitze und anhaltenden Dürre, die Konsequenzen sind riesig: Ernteausfälle, Futtermangel, Notschlachtungen, steigende Preise. Wegen des Klimawandels werden diese Extremwetterereignisse zunehmen.
Keine einzige klimaresiliente Gentech-Pflanze
Gleichzeitig versuchen die Gentech-Befürworter:innen und Grosskonzerne, uns die Gentechnik als Lösung gegen die Klimakrise in der Landwirtschaft zu verkaufen. Sie behaupten, damit könnten viel schneller gegen Hitze und Trockenheit resistente Nutzpflanzen entwickelt werden. Doch diese seit Jahren versprochenen «klimaresilienten» oder «hitzetoleranten» Sorten sind nicht nur eine kurzsichtige Symptombekämpfung, sondern von ihnen fehlt auch jede Spur. Keine einzige klimaresiliente Gentech-Pflanze ist auf dem Markt. Nur eine Handvoll befinden sich in der Entwicklung, und bei all denen ist völlig unklar, ob sie jemals auf den Markt gelangen. (Enga Bericht 12.5.26).
Die Versprechen der Gentech-Lobby sind leere Worthülsen
Mit der neuen Gentechnik kann ein Gen - also eine Stelle in der DNA - einer Pflanze geändert werden. Die Trockenheitsresistenz beispielsweise ist jedoch keine Eigenschaft, welche sich in einem einzelnen Gen befindet. Gentechnik kann also gemäss Expert:innen keine Abhilfe schaffen, was die Trockenheitsresistenz betrifft, weil es sich um ein komplexes Merkmal handelt und nicht um eine monogene Eigenschaft, welche mit einem Eingriff geändert werden kann (SAG). Ausserdem bringt eine einzelne veränderte Eigenschaft wenig, wenn dann plötzlich ein anderes extremes Wetterereignis auftritt. Konkret wird eine trockenheitsresistente Maispflanze bei Starkregen, welcher in einem Sommergewitter nach einer Trockenheitsphase auftritt, untergehen, weil ihr die Adaptationsfähigkeit fehlt. Wir (und vor allem die Bäuer:innen) können also noch lange - wahrscheinlich unendlich - warten auf die gentechveränderten Wunderpflanzen. Doch damit verlieren wir alle viel Zeit und riskieren viel.
Wirkliche Lösungen: Agrarökologie
Dem entgegen zeigen tausende Bäuerinnen und Bauern tagtäglich, welche Lösungen es gegen die Klima- und Biodiversitätskrise bereits gibt. Eine vielfältige Landwirtschaft, welche nicht nur auf Ertrag, sondern auf die Produktion von gesunden und nachhaltigen Lebensmitteln im Einklang mit der Natur ausgerichtet ist, hat das Potenzial, mit den Herausforderungen der Zukunft klarzukommen. Vielfalt ist die wichtigste Voraussetzung für die Anpassungsfähigkeit der Natur, welche stark gefordert ist mit dem Klimawandel, und sie steht der aktuell meist angewendeten intensiven Landwirtschaft mit grossflächigen herbizid-behafteten Monokulturen entgegen. Genau deswegen ist auch ein Umdenken beim Bauernverband notwendig - der aktuell selbst von Landwirt:innen stark kritisiert wird wegen seinem fehlenden politischen Engagement im Bereich Klimaschutz und für die Vertretung einer Art von Landwirtschaft, die den Klimawandel weiter anheizt (SRF 30.7.26). Es braucht also ein Umdenken weg von einer industriellen Landwirtschaft, hin zu mehr Vielfalt und gesunden Böden sowie ein Wegkommen von der aussichtslosen Hoffnung auf gentechveränderte trockenheitsresistente Wunderpflanzen.
Die Bäuerinnen und Bauern brauchen nicht noch mehr Abhängigkeit von grossen Konzernen (durch das teure Gentech-Saatgut und den dafür notwendigen Pestiziden), sondern die Rahmenbedingungen für eine vielfältige, ökologische und gentechfreie Land- und Ernährungswirtschaft.
Damit wir uns weiter für Vielfalt statt Gentechnik einsetzen können, sind wir als Verein auf Spenden angewiesen. Herzlichen Dank für jede Unterstützung!

