Was haben Gentech-Schweine, die Schweiz und Trump miteinander zu tun?
Was die Gentech-Lobby in den USA bereits geschafft hat, soll auch in der Schweiz passieren: Die Zulassung von Gentech-Schweinen. Auch wenn dieses gefährliche Experiment den Interessen der Bevölkerung und der Landwirtschaft entgegensteht, könnte ein neuer Handels-Deal bald US-Gentech-Food in die Schweiz bringen. Trump freut's bestimmt!
Seit Jahren werden in den USA gentechnisch veränderte Schweine entwickelt. Dies führte dazu, dass im April 2025 zum ersten Mal ein Gentech-Schwein für die menschliche Ernährung zugelassen wurde. Dieses Fleisch soll also bald auf den Tellern von US-Konsument:innen landen. Dabei darf eine wichtige Tatsache nicht unbeachtet bleiben. Die US-Lebensmittelschutzbehörde hat entschieden, dass das Gentech-Fleisch nicht einmal als solches gekennzeichnet werden muss. Kurz: Die Herkunft soll verschwiegen bleiben – wohl aus Angst vor den Reaktionen der Konsument:innen.
Geforscht an den Gentech-Schweinen hat unter anderem das Roslin-Institut. Dies ist dasselbe Institut, welches vor Jahrzehnten das bekannte Klon-Schaf “Dolly” entwickelt hat. Quasi ein Modell für das jetzige Gentech-Schwein. Das geklonte Schaf musste nach nur 6 Jahren wegen diverser Krankheiten eingeschläfert werden. Doch das Institut forschte weiter und so kommt es, dass eine Forscherin, welche bereits bei Dolly dabei war, nun wesentlich an der Entwicklung der neuen Gentech-Schweine beteiligt war. Sie heisst Christine Tait-Burkard, ist Schweizerin und ihr Vater Schweine-Mäster im Kanton Luzern.
Auch aus Luzern kommt Nationalrat Leo Müller. Er wollte im letzten Jahr einen Vorstoss in den Rat einbringen, welcher die Entwicklung und Zulassung von Gentech-Schweinen in der Schweiz gefordert hat. Müller ist neben seinem politischen Amt auch Verwaltungsratspräsident einer Schweine-Zucht-Firma. Aufgrund von Widerständen aus bäuerlichen Kreisen, verschwand der Vorstoss bis heute in der Schublade. Doch er zeigt: Die Lobby will auch hier, Gentech-Schweine auf den Markt bringen. Man hilft sich in der internationalen Branche.
Dies zeigt auch ein im April veröffentlichter US-Bericht zu den «Trade Barriers» – also den sogenannten Handelshemmnissen. Trumps Ministerium stört sich darin an der Gentech-Regelung der Schweiz. Die Schweizer Gesetzgebung stellt eine Hürde dar für den Export von Produkten aus der Gentech-Landwirtschaft der USA. Trump, bekennender Gentech-Fan, würde gerne US-Gentech-Food in die Schweiz importieren. Anlass dazu sind die Verhandlungen zwischen der Schweiz und Trump zu einem möglichen Handelsabkommen.
Ob Trumps Gentech-Pläne in aufgehen ist fraglich: Schweizer Konsument:innen bevorzugen bewusst einheimische Produkte - zudem legen sie grossen Wert auf Qualität, Transparenz, Wahlfreiheit. Und damit auf gentechnikfreie Lebensmittel. Dies wird nicht zuletzt auch durch die Detailhändler Coop und Migros bestätigt (Tagesanzeiger). Ein Abkommen, das Gentech-Food aus dem Ausland in die Schweiz bringt, würde den Bedürfnissen der Bevölkerung also klar widersprechen. Trump und der Gentech-Lobby geht es um Macht, Marktanteile und ganz allgemein um wirtschaftliche Interessen. Dass dafür ethische Fragen sowie das Tierwohl oder die Gesundheit der Menschen in den Hintergrund gestellt werden, kümmert sie wenig.
Wer also keine Gentech-Schweine oder andere Experimente will, sollte auch ein Deal mit Trump ablehnen und umgekehrt. Die Gentech-Lobby darf uns nicht diktieren, was wir zu essen haben. Trump schon gar nicht.

