Handelsabkommen Schweiz–USA: Trump will weder Schweizer Bio-Standards noch eine Regulierung der Gentechnik
Seit der Wiederwahl von Donald Trump zum US-Präsidenten haben sich die Spannungen rund um Handelsabkommen deutlich verschärft. Explodierende Zölle, monatelange Verhandlungen und fragwürdige Zugeständnisse grosser Schweizer Unternehmen, um Trump wohlgesinnt zu stimmen, zeigen: Der US-Präsident setzt die Schweiz massiv unter Druck, sich seinen Forderungen zu beugen. Die Standards unserer Landwirtschaft und die Regulierung der Gentechnik bilden da keine Ausnahme.
Der «National Trade Estimate Report»
Ende April veröffentlichte die Trump-Regierung ihren jährlichen Bericht über die Handelsbeziehungen mit zahlreichen Ländern. Auch die Schweiz bleibt darin nicht von Kritik verschont. Aus Sicht der US-Regierung ist die Schweizer Landwirtschaft zu stark subventioniert und reguliert, und die Importhürden seien zu hoch. Besonders scharf kritisiert Trump die biologische Landwirtschaft - deren Standards seiner Meinung nach viel zu streng sind. Sogar Coop und Migros geraten ins Visier – wenn auch ohne namentlich erwähnt zu werden. Auch die sanitären und phytosanitären Standards der Schweiz stehen in der Kritik, insbesondere das Moratorium für gentechnisch veränderte Pflanzen und Tiere.
Kurz gesagt: Trump möchte ein neues Handelsabkommen, das den Import von Gentech-Tieren, Gentech-Saatgut oder anderen Gentech-Produkten aus den USA ohne Hindernisse und ohne Kennzeichnung ermöglicht. Die strengen Schweizer Bio-Standards und ganz allgemein das Qualitätsversprechen «gentechnikfrei» sind ihm ein Dorn im Auge. Im Mittelpunkt steht für ihn einzig die Rentabilität.
Schweizer Standards im Vergleich zu den USA
Im Gegensatz zu den USA hat die Schweiz klare Regeln geschaffen, um ihre Landwirtschaft zu schützen und den Einsatz von Gentechnik einzuschränken – auch wenn diese aus Sicht der Lebensmittelschutz-Initiative noch nicht ausreichen. In den USA gilt das Vorsorgeprinzip nicht. Die sogenannten «Neuen Gentechnischen Techniken» (NGT) sind dort kaum reguliert und werden praktisch automatisch zugelassen – ohne umfassende Risikoprüfung. Ebenso fehlt eine Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Lebensmittel. Ein gentechnisch verändertes Schweinefilet kann beispielsweise als ganz normales Schweinefilet verkauft werden, ohne dass auf der Verpackung ein Hinweis auf Gentechnik ersichtlich ist.
Sollte sich Trump mit seinen Forderungen durchsetzen, könnten solche Produkte künftig auch in die Schweiz gelangen, ohne dass Konsumentinnen und Konsumenten dies erkennen können. Das wäre ein Skandal! Bereits im April 2025 wurden in den USA gentechnisch veränderte Schweine entwickelt und von der US-Lebensmittelbehörde FDA für verschiedene Anwendungen zugelassen.
Die Schweizer Bevölkerung bevorzugt regionale Lebensmittel
Ein Handelsabkommen, das den Import von Gentech-Produkten in die Schweiz erleichtert, widerspricht klar den Interessen der Schweizer Bevölkerung. Konsumentinnen und Konsumenten bevorzugen bewusst einheimische Lebensmittel und legen grossen Wert auf Qualität, Transparenz bei der Kennzeichnung und gentechnikfreie Produkte. Das bestätigen auch Coop und Migros gegenüber den Medien (Tagesanzeiger-Artikel). Ein Abkommen, das gentechnisch veränderte Lebensmittel aus dem Ausland begünstigt, würde den Bedürfnissen und Wünschen der Bevölkerung klar widersprechen.
Wenn Trump unsere Schweizer Standards abbauen und Produkte mit deutlich tieferen Standards in unsere Regale bringen kann, ist das ein Angriff auf unsere hochwertige Landwirtschaft und auf alle Menschen, die täglich für gute Lebensmittel arbeiten. Gerade in einer unsicheren Weltlage ist es wichtig, unsere Ernährungssouveränität zu stärken und eine gesunde, nachhaltige Schweizer Landwirtschaft zu fördern – statt uns noch stärker von den Interessen grosser US-Agrarkonzerne abhängig zu machen.
Deshalb haben wir einen dringenden Aufruf gegen ein mögliches Handelsabkommen mit Trump gestartet, das der Schweiz Gentechnik aufzwingen würde.
Hilf mit, dich gegen Trump und seine amerikanische Gentechnik zu wehren. Unterzeichne jetzt unseren Aufruf!
Wir werden dem Druck nicht nachgeben. Je mehr Unterschriften wir sammeln, desto mehr Einfluss werden wir haben!

