Massive Deregulierung: EU zündet Gentech-Turbo - Schweiz ist direkt betroffen
Bern, 17. Juni 2026 – Heute hat das EU-Parlament einer massiven Deregulierung der Gentechnik (NGT) zugestimmt. Der verabschiedete Text sieht vor, dass über 90% aller Gentech-Pflanzen mit Ausnahme von Saatgut in Zukunft ohne Risikoprüfung oder Kennzeichnung zugelassen werden dürfen. Die Schweiz als Lebensmittel-Importeurin ist möglicherweise bald mit undeklarierten Gentech-Importen konfrontiert. Der Verein für gentechnikfreie Lebensmittel fordert darum, dass sichergestellt wird, dass nur Produkte aus der EU importiert werden, welche nachweislich gentechfrei sind.
Der heute von der EU verabschiedete Verordnungsentwurf bringt eine noch nie dagewesene Deregulierung für Pflanzen, welche mittels gentechnischer Verfahren hergestellt worden sind. Entgegen dem breiten Widerstand aus Landwirtschaft, Konsumenten- und Umweltschutz sowie Rechtsgutachten welche die Verordnung als rechtswidrig beurteilen, wurde ein Text verabschiedet, welcher über 90% aller Gentech-Pflanzen gänzlich unreguliert und ohne entsprechende Kennzeichnung bald auf die Felder und Teller bringen wird. Ueli Schmezer, Nationalrat und Vorstandsmitglied des Vereins für gentechnikfreie Lebensmittel stellt klar: «Die heute beschlossene Deregulierung der Gentechnik schwächt die gentechnikfreie und unabhängige Landwirtschaft in ganz Europa und in der Schweiz. Dagegen werden wir uns wehren!»
Für Konsumentinnen und Konsumenten bedeutet der EU-Entscheid, dass sie möglicherweise schon bald undeklarierte, gentechnisch veränderte Lebensmittel im Einkaufsregal finden werden. Die Gefahr ist real, stellt Konsumentenschützer Schmezer klar: «Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten droht, in Zukunft nicht mehr zu wissen, was sie essen!». Der Entscheid widerspricht aktuellen Meinungsumfragen aus der EU oder der Schweiz. Diese zeigen, dass die Konsument:innen selbst entscheiden wollen, ob sie im Einkaufsregal zur Gentechnik greifen oder nicht.
Undeklarierte Gentech-Produkte in die Schweiz zu importieren, ist laut aktueller Gesetzgebung nicht erlaubt. Da heute der grösste Teil der importierten Lebensmittel aus der EU stammt, besteht laut Nationalrat Schmezer grosser Handlungsbedarf: «Es muss sichergestellt werden, dass aus der EU nur Lebensmittel importiert werden, welche nachweislich gentechnikfrei sind.» Daher muss der Bundesrat entsprechende Nachweismethoden entwickeln und flächendeckende Kontrollen einführen. Nur so kann garantiert werden, dass die Schweizer Konsument:innen weiterhin ihre Wahlfreiheit behalten und die Schweizer Gentech-Gesetzgebung respektiert wird.
Für weitere Auskünfte und Unterlagen steht zur Verfügung:
Ueli Schmezer, Nationalrat SP, Vorstandsmitglied Verein für gentechnikfreie Lebensmittel, ueli.schmezer@parl.ch
Dominik Waser, Geschäftsleiter, Verein für gentechnikfreie Lebensmittel, 079 313 98 02, dominik.waser@lebensmittelschutz.ch

